Kap.1 Kap.2 Kap.3

Aufbau der Büchsenpatrone

Mit der Entwicklung der Hinterlader um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch die Entwicklung der kompletten Patronen (Einheitspatronen). Moderne Büchsenpatronen bestehen aus

• Patronenhülse,
• Treibladungspulver,
• Zündhütchen,
• Geschoss.

Alle Einzelteile bilden zusammen eine gebrauchsfertige Einheit. Patronenhülsen bestehen heute überwiegend aus Messing. Nach der Form unterscheidet man bei den Hülsen:
• Flaschenhülsen.
      •  konische Hülsen
                       •zylindrische Hülsen

Am meisten verbreitet ist bei Büchsenpatronen die Flaschenhülse. Diese Hülse wird unterteilt in:

• Hülsenmund,
• Hals,
• Schulter,
• Mittelteil (Pulverraum),
• Hülsenboden.
Im Hülsenboden sind alle wichtigen Angaben zur Patrone eingeprägt wie:
Name des Herstellers (oder Code)
Nennkaliber
Hülsenlänge
sowie gebräuchliche Abkürzungen, wie z.B.:
„R“ für Rand
„I“ für Infanterie
„S“ für S-Geschoss


Bei Randfeuerpatronen steht die Abkürzung „lfB“ für „lang für Büchse“.

Der Hülsenboden - mit und ohne Rand
Der Hülsenboden ist unterschiedlich gestaltet. Wir unterscheiden zwischen Hülsen mit Rand und ohne Rand. Patronen mit Randhülsen werden in Kipplauf- und Blockverschlussgewehren verwendet. Patronen ohne Rand werden hauptsächlich in Repetierbüchsen verwendet.
Heute gibt es auch Kipplaufwaffen, aus denen, infolge einer besonderen Form der Auszieherkralle, Patronen ohne Rand verschossen werden können und Repetierbüchsen für Patronen mit Rand.
Einige Hülsen haben in Nähe des Bodens eine umlaufende Wulst (Gürtel). Man bezeichnet sie als Gürtelhülsen. Über diesen Gürtel wird der Verschlussabstand hergestellt (Unter Verschlussabstand versteht man den „Spalt“ zwischen Patronenboden und Verschluss).


Das Pulver (Treibladung)

Als Treibladungspulver diente lange Zeit das Schwarzpulver. Nachteile des Schwarzpulvers sind geringer Energiegehalt, starke Rauchentwicklung, hohe Feuchtigkeitsempfindlichkeit und viele Verbrennungsrückstände. Dadurch ist es ungeeignet für die moderne Jagd. Heute verwendet man als Treibmittel das sog. Nitro-Cellulose-Pulver.
Vorteile des Nitropulvers: hoher Energiegehalt, geringe Rauchentwicklung, niedrigere Feuchtigkeitsempfindlichkeit und geringe Verbrennungsrückstände. Der Verbrennungsvorgang lässt sich durch die Form und Oberflächenbeschaffenheit des Nitropulvers steuern. Auf diese Art lässt sich das Pulver an die jeweiligen innenballistischen Anforderungen anpassen.
Beim Nitropulver unterscheidet man hauptsächlich zwischen

• offensivem Pulver = schnell abbrennend
Verwendung: Schrotpatronen und Patronen für Kurzwaffen.
• progressivem Pulver = langsam abbrennend
Verwendung: meist Büchsenpatronen in verschiedenen Abstufungen.

Die Laborierung
Wichtig beim Munitionskauf ist neben dem Kaliber und der Geschosskonstruktion die Kenntnis des sog. Fertigungsloses, gekennzeichnet durch eine Losnummer, d.h. einer Buchstaben- und/oder Zahlenkombination. Eine Änderung des Fertigungsloses führt möglicherweise zu einer Änderung der Treffpunktlage.

Die Zündung

Zur Zündung der Treibladung dient der Zündsatz (Zündmittel).
Nach der Art der Zündung unterscheidet man zwischen:

Randfeuerpatronen

Hier sitzt der Zündsatz rundum im Hülsenbodenrand. Gezündet wird der Zündsatz beim Auftreffen des Schlagbolzens auf dem Bodenrand. Die Randfeuerzündung wird heute nur noch bei verschiedenen Kleinkaliberpatronen, z.B. .22, .22 lfB, .22 Magnum verwendet. Einsatz: Übungszwecke, Schonzeitpatronen.

  .22k  .22lfB  .22 Mag .22Hornet .222 Rem     
                            
Zentralfeuerpatronen

Hier sitzt der Zündsatz in der Mitte des Patronenbodens und ist untergebracht in einem speziellen Zündhütchen. Man unterscheidet zwei Konstruktionen:
Berdan-Zündhütchen (veraltet), Boxer- oder Amboss-Zündhütchen.
 

Geschosse

Die Art des Geschosses kann für Erfolg oder Misserfolg des Schusses entscheidend sein. Die grundsätzlichen Anforderungen des Jägers an die Wirkungsweise einer Kugelpatrone:

• hohe Treffsicherheit und
• gute Tötungskraft bei möglichst
• geringer Wildbretzerstörung.

Im Hinblick auf die verschiedenen Wildarten kann kein Geschoss all diese Anforderungen erfüllen! Deshalb kam es zur Entwicklung unterschiedlicher Geschosskonstruktionen. Man unterscheidet bei den Geschossen zwischen
Voll- oder Massivgeschossen und Mantelgeschossen.

Die wichtigsten Geschossformen:

• Kugel (z.B. beim Schrotkorn)
• Rundkopf
• Flachkopf
• Spitz
• Kegelspitz
• Torpedo

Voll- oder Massivgeschosse, Bleigeschosse

Abgesehen vom Schrot (siehe Schrotpatronen) verwendet man Bleigeschosse heute fast nur für Kleinkaliber- und Kurzwaffen. Nachteile der Bleigeschosse: starke Verbleiung der Züge, meist geringe Geschossgeschwindigkeit.
Voll- oder Massivgeschosse bestehen heute aus Kupfer oder Messing (Legierungen) und finden Verwendung bei Großwildjagd und Nachsuche. Vorteil: hohe Durchschlagskraft, keine Splitterwirkung. Nachteil: geringe Energieabgabe im Wildkörper.
Mantelgeschosse bestehen aus einem Bleikern und einem äußeren Mantel. Dieser ist immer härter als der Bleikern und besteht aus Flussstahl oder Tombak (Tombak = Kupferlegierung mit Zink (15-30%) und eventuell Zinn (3%), härter als Kupfer und damit geeignet für hohe Anfangsgeschwindigkeiten). Der Mantel ermöglicht eine höhere Geschossgeschwindigkeit. Hierdurch erzielt man ein besseres Durchschlagvermögen und eine größere Tiefenwirkung. Mantelmaterial und Mantelkonstruktion regulieren die Geschossdeformation und die Splitterwirkung des Geschosses. Je nach Ausbildung des Mantels unterscheidet man zwischen

Vollmantelgeschossen und Teilmantelgeschossen.

Vollmantelgeschosse

Bei Vollmantelgeschossen umschließt der Mantel den Bleikern vorne vollständig (am Boden gebördelt). Eingesetzt werden Vollmantelgeschosse für schwaches Wild, z.B. Birkhahn oder Fuchs, wenn geringe Wildbretzerstörung gewünscht wird. Vollmantelgeschosse werden auch für schweres und hartes Wild, z.B. Büffel oder Elefant eingesetzt, wenn eine stärkere Tiefenwirkung erreicht werden soll. Vollmantelgeschosse haben in den kleinen Kalibern spitze, in den größeren oft runde Kopfform.
 

 


Die Teilmantelgeschosse unterteilt man in

Expansionsgeschosse

H-Mantel Kupferhohlspitz (HMK)
TorpedoIdealGeschoss (TIG)


 

Deformationsgeschosse

Teilmantel-Rundkopf (TMR) 
Teilmantel-Flachkopf (TMF)
Teilmantel-Spitz (TMS)
Torpedo Universal Geschoss (TUG)
Kegelspitz (KS)

Anmerkung:
Die verschiedenen Hersteller bieten eine große Auswahl von Spezialgeschossen an. Nachfolgend beschränken wir uns auf die Darstellung der gebräuchlichsten Geschosstypen von RWS.

Expansionsgeschosse (Zerlegungsgeschosse)

Brenneke-Torpedo-Ideal-Geschoss (TIG):
Bleikern, geteilt mit unterschiedlicher Härte, weicheres Vorderteil ragt in härteres Hinterteil hinein; Scharfrand, hierdurch Schnitthaare am Anschuss.

Wirkungsweise: Im Wildkörper durch zunehmenden Wandstärkenverlauf kontrolliertes Aufpilzen des Geschossvorderteils bis auf doppelte Kalibergröße, abhängig vom Widerstand im Wildkörper.

Durch die hohe Festigkeit des hinteren Kerns ergibt der Geschossrestkörper meist Ausschuss. Auch bei weniger gut angetragenen Schüssen hohe Tötungskraft.

H-Mantel-Geschosse, z.B. mit
offener Hohlspitze (HMO) oder Kupfer-Hohlspitze (HMK)
deutlich sichtbare Einschnürung des Mantels, sog. H-Rille.
Sie dient für Bleikern und Mantel als Sollbruchstelle. Der Bleikern ist geteilt, mit unterschiedlichen Härten.
Wirkungsweise: Geschossvorderteil (Zerlegung bis zur H-Rille)
Geschosshinterteil gibt fast immer Ausschuss

 

Deformationsgeschosse

Teilmantel-Rundkopf (TMR)

Teilmantel-Flachkopf (TMF)

Teilmantel-Spitz (TMS)

Brenneke-Torpedo-Universal-Geschoss (TUG)
Geschossform torpedoförmig, Bleikern geteilt, härteres Hinterteil ragt in weicheres Vorderteil hinein.
Wirkungsweise: besonders geringe Deformation des Restkörpers mit hoher Durchschlagskraft.

Kegelspitz-Geschoss (KS)
Bleikern einteilig, Mantel mit verschiedenen Wandstärken.
Wirkungsweise: gleichmäßiges Aufpilzen mit Deformation, meist auch Ausschuss.

Büchsenpatronen für die Jagd

Es gibt keine Universalpatrone für alle Wildarten. Aber es gibt gesetzliche Vorschriften für Mindestanforderungen. In Deutschland gilt:
Für Rehwild und Seehunde Mindestenergie 1000 Joule auf 100 m, anders ausgedrückt: E100 = 1000 Joule (100 kpm).
Für alles andere Schalenwild Mindestenergie 2000 Joule auf 100 m und Mindestkaliber 6,5 mm, anders ausgedrückt E100 = 2000 Joule (200 kpm).

Eine Übersicht über die Büchsenpatronen, ihre Verwendbarkeit und wichtige ballistische Daten enthalten die Schusstafeln der Hersteller.


Das Kaliber


Es gibt Büchsenpatronen in unterschiedlichen Kalibern. Aus einem Büchsenlauf dürfen nur Patronen des Kalibers verschossen werden, für das dieser Lauf eingerichtet ist. Um Verwechslungen auszuschließen, ist auf dem Lauf jeder Waffe das Kaliber eingraviert. Bei den Kaliberbezeichnungen unterscheidet man zwischen
Deutscher Kaliberbezeichnung
Hier erfolgen die Kaliberangaben in Millimetern und bestehen normalerweise aus zwei Zahlen, z.B. 7 x 64. Die erste Zahl gibt das Nennkaliber (7mm), die zweite Zahl die maximale Hülsenlänge (64 mm) an.
Folgt bei der Kaliberbezeichnung noch ein R, z.B. 7 x 57 R, dann hat diese Patrone eine Hülse mit Rand. Die Zusatzbezeichnung Magnum (Mag.) weist auf eine relativ starke Patrone hin.

Alle Patronen dürfen nur aus Waffen verschossen werden, die die gleiche Kaliberangabe tragen.
Kaliber 8 mm
In diesem Kaliber gibt es zwei Patronengrößen:
8 x 57 I 8 x 57 IR
8 x 57 IS 8 x 57 IRS
Es bedeuten: 8 = Geschossdurchmesser in mm
57 = Hülsenlänge in mm
RWS = Hersteller
R = Hülse mit Rand
I = Infanterie
Die mit „S“ bezeichnete Patrone hat einen um ca. 0,1 mm größeren Geschossdurchmesser.
Ein S-Geschoss darf deshalb nur aus S-Läufen verschossen werden, d.h. nie aus normalen Läufen. Eine Laufsprengung könnte die Folge sein. S-Kaliber sind deshalb deutlich gekennzeichnet:

• schwarzes Zündhütchen
• Buchstabe S
• Rändelung am Geschoss
Auf der Packung findet man ein besonderes Feld mit Verwendungshinweisen.

 

.30er Kaliber:       .308                            .30-06                .30R Blaser         .300 WinMag

Anglo-amerikanischer Kaliberbezeichnung   
                                                
Hier erfolgen die Kaliberangaben in 1/100 bzw. 1/1000 Zoll. 1 Zoll = 25,4 mm    oder   überschlägig: Zoll : 4

Die Angabe .222 (kleinste rehwildtaugliche Patrone) bedeutet Nennkaliber 0,222 Zoll = 0,222 x 25,4 mm = 5,64 mm. Bei der Kaliberangabe bleibt die Hülsenlänge unberücksichtigt.

Zum Kaliber werden häufig Zahlen hinzugefügt, z.B. .30-06
Es bedeuten: 30 = Kaliber ~ 0,30 Zoll
06 = Konstruktionsjahr 1906

Manchmal findet man eine 2. und 3. Zahl, z.B. 45/70/405
Es bedeuten: 45 = Kaliber 0,45 Zoll,
70 = Pulvergewicht 70 grains
(amerikanische Gewichtseinheit 1 grain = 0,0648 g)
405 = Geschossgewicht 405 grains

Oft wird der Hersteller genannt, der die Patrone erstmals auf den Markt brachte, z.B. .222 Rem. (Rem. = Remington) oder .243 Win (Win. = Winchester). Außerdem geben die Amerikaner ihren Patronen gerne werbewirksame Beinamen, z.B. .22 Hornet (Hornet = Hornisse) oder werbewirksame Kombinationsbezeichnungen, z.B. Rem. Magnum (Remington Magnum).
Dynamit Nobel hat ein umfangreiches Programm an speziellen Büchsenpatronen. Es gibt RWS-Geschosse gleicher Konstruktion, aber mit unterschiedlichem Gewicht und darauf abgestimmter Pulverladung. Das ist äußerlich nicht auf den ersten Blick erkennbar, bewirkt aber Veränderungen im ballistischen Verhalten. Eine Verwechslung muss deshalb ausgeschlossen werden. Patronen mit schwereren Geschossen erhalten eine rote Lackierung der Zündhütchen-Ringfuge.

 

Die Verpackung

Die grundsätzliche Forderung an eine gute Verpackung heißt klare Kennzeichnung. Hierfür bieten sich Wort - Symbol – Farbe an. Durch eine gute Kennzeichnung wird bereits von außen eine eindeutige Identifizierung möglich. Hierdurch werden Verwechslungen praktisch ausgeschlossen. Innen enthält die Packung Hinweise auf:

• Kaliber,
• Geschosstyp,
• ballistische Daten.

Schrotpatronen

Die Namen der Schrotpatronen sind meist durch den Hersteller frei erfunden. Zusätzliche Aufschriften verweisen oft auf den speziellen Verwendungszweck. Aufbau einer Schrotpatrone

• Patronenhülse aus Pappe oder Plastik.
• Verschluss: Bördelverschluss oder Sternverschluss.
• Zwischenmittel aus Filz oder Plastik.
• Schrote aus Hartblei (Blei) oder Weicheisen.
• Als Treibladungspulver dient rauchloses offensives Pulver.

Den Abschluss der Schrotpatrone bildet die Stahlbodenkappe (vermessingt) mit Bodenpfropfen und Zündhütchen. Die gebräuchlichen Schrotpatronen haben heute immer Zentralfeuerzündung. Das Zwischenmittel trennt Pulver und Schrote. Es hat auch Einfluss auf die Gestaltung der Schrotgarbe.

Kaliberbezeichnungen und Hülsenlänge

Schrotpatronen sind gekennzeichnet durch:
• Kaliberbezeichnung, eingeprägt in der Stahlbodenkappe,
• Hülsenlänge steht auf der Hülse,
• Schrotgröße, steht auf Hülse oder Bördelverschluss.

Die Art der Kaliberbezeichnung bei Schrotpatronen stammt aus dem Englischen und ist international. Bei Flintenläufen ist die Kaliberbezeichnung mit dem Laufdurchmesser nicht identisch.

Maßstab ist 1 englisches Pfund, das entspricht 453,6 g . Teilt man 453,6 g Blei in jeweils im Durchmesser gleich große Kugeln dann gilt:

12 Kugeln = Kaliber 12, Laufdurchmesser ~ 18,2 mm,
16 Kugeln = Kaliber 16, Laufdurchmesser ~ 16,8 mm,
20 Kugeln = Kaliber 20, Laufdurchmesser ~ 15,7 mm.

Je größer die Kaliberbezeichnung (z.B. 20), desto kleiner der Laufdurchmesser (z.B. 15,7 mm). Die Längenangabe auf der Patrone bezieht sich auf die Länge der abgeschossenen Hülse. Nicht abgeschossene Patronen sind kürzer, mit Bördelverschluss ca. 6 mm, mit Sternverschluss ca. 11 mm.

Schrotpatronen werden in folgenden Längen gefertigt:
65 - 67,5 - 70 - 76 - 89 mm
Patronen mit einer Hülsenlänge
von können verschossen werden aus Patronenlager
• 65 mm 65-89 mm
• 67,5 mm 65-89 mm
• 70 mm 70-89 mm
• 76 mm 76-89 mm
 

Das Zwischenmittel

Das Filz-Zwischenmittel wird vom Gasdruck komprimiert und dadurch an die Laufwand gedrückt, deshalb kein Gasschlupf, Senkung des Gasdruckes, Schonung der Schrote.
Das Plastik-Zwischenmittel mit Schrotbecher hat keine deformierte Randschrote, dadurch bessere Deckung sowie kein Gasschlupf, keine Laufverbleiung (Abrieb).

Die Schrotladung

Unter Schrot versteht man Bleikugeln verschiedener Durchmesser, man spricht von der Korngröße oder Schrotstärke. Eine bestimmte Zahl Schrote mit meist gleichem Durchmesser sind in einer Patrone zur sog. Schrotladung vereinigt.

Schrotkorn-in mm  2,5   2,75  3,0  3,25 3,5  3,75   4,0
Korngrößenbez. 6      5   4       3   2  1
Körnerzahl: Kaliber 12/70 390     225   142   95
Geeignet
zur Jagd
auf 

Rebhuhn Schnepfen Kaninchen
Tauben  

 

Fasan
Enten Waldhasen

 

Hase
Fuchs

  W.-Fuchs
Dachs
Wildgänse

Entwicklung und Wirkung des Schrotschusses


Die durchschnittliche Schussgrenze für den Schrotschuss liegt bei ca. 35-40 m (wirksamer Streubereich). Die Entwicklung der Schrotgarbe zum Streuschuss beginnt bereits im Lauf. Eine merkliche Auslösung tritt ca. 2-3 m nach der Laufmündung ein. Im weiteren Flug gleicht die Schrotgarbe einem ellipsenförmig gestreckten Körper. Schrotgarbenlänge nach 35 m ca. 3,5 m = ca. 1/10 Flugstrecke.

Geschwindigkeit und Durchschlagskraft der Schrote

Die Durchschlagskraft der Schrote hängt von der Schrotgröße und Geschwindigkeit ab. Mit zunehmender Entfernung kommt es zur rapiden Abnahme von Geschwindigkeit und Auftreffenergie (Zielenergie).

Spezielle Schrotpatronen
Bei Magnumpatronen handelt es sich um Patronen mit stärkerer Laborierung. Infolge des erhöhten Gasdruckes dürfen sie nur aus dafür beschossenen Läufen abgefeuert werden.Streupatronen haben gegenüber normalen Patronen eine größere Streuung. Dies wird durch Verwendung eines sog. Streukreuzes erreicht.

Trap- und Skeetpatronen sind sog. Wurftaubenpatronen mit 28 g bzw. 24 g Schrotgewicht.
Das sind Hochleistungspatronen, entwickelt für Wettkämpfe. Besonderer Wert wird auf die Verteilung und Deckung der Schrotgarbe gelegt.


Postenpatronen sind Schrotkugeln mit einem
Durchmesser von größer als 4 mm,
auch als Roller bezeichnet.
Der Einsatz auf Schalenwild ist in Deutschland verboten.


Flintenlaufgeschoss-Patronen

Aus Schrotläufen können auch Einzelgeschosse abgefeuert werden, sog. Flintenlaufgeschosse. Das bekannteste Flintenlaufgeschoss ist das Original Brenneke-Flintenlaufgeschoss. Flintenlaufgeschoss-Patronen besitzen anstelle der Schrote ein zylindrisches Bleigeschoss mit Rippen und Filzpfropfen oder Kunststoffheckteil. Die Rippen sind der Anstauchbereich im Choke. Das leichtere Heckteil hat die Aufgabe, das Geschoss im Flug zu stabilisieren, den Gasdruck zu dämpfen und abzudichten.

Jagdlich werden Flintenlaufgeschosse bei Treib- und Drückjagden bis zu einer Entfernung von 50 m (je nach Streuung) eingesetzt. Voraussetzung ist eine genaue Kenntnis der Treffpunktlage. Durch den geringeren Gefährdungsbereich und ihre große Stoppwirkung haben Flintenlaufgeschosse gegenüber Büchsengeschossen sogar Vorteile.

Flintenlaufgeschoss-Patronen gibt es in den Kalibern 12, 16, 20, .410 (= 36) und den Hülsenlängen 67,5, 70, 76.

Patronen für Kurzwaffen

Kurzwaffenpatronen sind ballistisch für einen Schuss auf kurze Entfernungen angelegt. Ihr Aufbau ähnelt dem der Büchsenpatronen.
Die Kaliberbezeichnung erfolgt bei Pistolenpatronen in mm und 1/100 oder 1/1000 Zoll, jedoch oft ohne Angabe der Hülsenlänge. Die meisten Pistolenpatronen haben eine zylindrische Hülse ohne Rand. Revolverpatronen fast immer in 1/100 oder 1/1000 Zoll, z.B. .38 Spez. Revolverpatronen haben meist zylindrische Hülsen mit Rand.

1=.38 WC;
2=.38spezial;
3= .357Mag
4=.32;
5=.45ACP,

 

    
          1            2           3          4                       5          6             7          8          9          10

Fangschusspatronen

Der Fangschuss mit der Faustfeuerwaffe hat sich für bestimmte Situationen, z.B. für angefahrenes Wild, als sinnvoll erwiesen. Wichtig für den Fangschuss ist eine möglichst hohe Eindringtiefe, gekoppelt mit hoher Energieabgabe.

Hierdurch kommt es beim Eindringen in den Wildkörper zu einer starken Geschossdeformation. Dabei werden im Wildkörper Organe zerstört und viel Energie abgegeben - beste Voraussetzungen für ein schnelles Verenden des Wildes.

Sondermunition

(nicht für den jagdlichen Gebrauch, ausgenommen Übungszwecke). Für Pistolen und Revolver gibt es „Sondermunition“. Hierunter versteht man Übungsmunition, sog. PT-Patronen = Plastik-Trainings-Patronen. Hierbei wird ein leichtes Plastikgeschoss verschossen. Patronen für Kurzwaffen gibt es mit Zentral- und / oder Randfeuerzündung.

Ballistik

Unter Ballistik (von griech. ballein = werfen, schleudern) versteht man die Wissenschaft von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper. Man spricht auch von der Lehre vom Schuss. Man unterscheidet in:

Innenballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung im Lauf.
Mündungsballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung an der Mündung.
Außenballistik nimmt Bezug auf die Flugbahn und ihre Beeinflussung.
Zielballistik nimmt Bezug auf die Wirkung des Geschosses im Ziel.

Innenballistik und Mündungsballistik

Die Innenballistik umfasst alle Vorgänge, die sich innerhalb der Waffe abspielen, also vom Auftreffen des Schlagbolzens auf das Zündhütchen bis zum Austreten des Geschosses (der Geschosse) aus der Laufmündung.
Verlässt das Geschoss die Mündung, beträgt der Gasdruck im Lauf noch ca. 450-500 bar. Diese hohe Verdichtung bewirkt die Entstehung von Druckwellen, hierdurch Mündungsknall. Durch die Überschallgeschwindigkeit des Geschosses entsteht der zusätzliche Geschossknall.
Durch den sehr kurzen Zeitabstand zwischen Mündungs- und Geschossknall kann der Schütze diese nicht voneinander unterscheiden. Zu progressives Pulver oder zu kurze Läufe bewirken meist einen stärkeren Mündungsknall bzw. ein Mündungsfeuer. Zum Rückstoß kommt es beim Schuss durch den auch rückwärts wirkenden Gasdruck. Der Rückstoß wirkt über den Stoßboden und den Verschluss bis auf die Schulter des Schützen.
 

Außenballistik

Die Geschossflugbahn wird beeinflusst durch:
• Geschwindigkeit des Geschosses
• Luftwiderstand und Luftdichte
• Schwerkraft
• Schusswinkel
• Seitenwind
• Geschossform  und Geschossgewicht

Die Geschossflugbahn schneidet die Visierlinie im oben gezeigten Beispiel 2-mal.
Der erste Schnittpunkt liegt nach etwa 45-50 m, der zweite nach etwa 140 – 200 m,
 je nach GEE (Günstigste Einschussentfernung). Die GEE ist also die Entfernung,
nach der das Geschoss die Visierlinie zum zweiten Mal kreuzt;
wobei die Visierlinie um nicht mehr als 4 cm überflogen wurde.

Alle Faktoren gemeinsam bestimmen den Verlauf der Flugbahn, die sog. Flugbahnkurve. Verläuft die Visierlinie parallel zur Seelenachse des Laufes, dann hat die Waffe von Anfang an Tiefschuss, der sich ständig vergrößert. Aus diesen Gründen muss man eine Waffe einschießen. Hierbei vergrößert man den Winkel zwischen Visierlinie und Seelenachse.

Aus der sog. Schusstafel lassen sich für jedes Geschoss alle ballistischen Daten ablesen. Die Schusstafel kann deshalb als ballistischer Steckbrief bezeichnet werden. Für eine Büchse im Kaliber 7 x 64 werden verschiedene Geschosstypen angeboten. H-Mantel-Geschoss mit Kupferhohlspitze und 11.2 g Geschossgewicht geeignet für alles heimische Schalenwild
Es werden angegeben max. Gasdruck und Länge des Laufes, mit dem die folgenden Daten ermittelt wurden:

Geschwindigkeit V (m/s) und Energie E, gestaffelt nach 0-300 m Entfernung.
Beispiel: (Werte nach 100 m) V = 765 m/s, E = 3277 Joule

Die Schusstafel

Kaliber

Fabrikat

Geschossart

Geschossgewicht

Geschwindigkeit V in m/s

Geschossenergie E in Joule

V 0

V 100

V 200

V 300

E 0

E 100

E 200

E 300

7 x 64

RWS

HMK

11,2 g

850

765

690

620

4046

3277

2666

2153

7 x 64

RWS

KS

10,5 g

880

795

720

650

4066

3318

2722

2218

7 x 64

RWS

TIG

11,5 g

850

770

700

635

4154

3409

2818

2319

7 x 64

RWS

TMR

11,2 g

800

700

615

535

3584

2744

2118

1603

Kaliber

Fabrikat

Geschossart

Geschossgewicht

Eingeschossen auf 100 m

Eingeschossen auf GEE

50

100

150

50

100

150

200

300

7 x 64

RWS

HMK

11,2 g

+1,0

-6,0

+1,5

+4,0

+1,5

-5,5

-33,0

7 x 64

RWS

KS

10,5 g

+1,0

-5,5

+1,5

+4,0

+2,5

-3,5

-30,0

7 x 64

RWS

TIG

11,5 g

+1,1

-6,0

+1,5

+4,0

+2,0

-4,5

-35,0

7 x 64

RWS

TMR

11,2 g

+1,5

-7,5

+2,0

+4,0

-9,5

-49,0

 
Die Treffpunktlage verändert sich bei Schüssen bergauf oder bergab. Ursache hierfür ist der Einfluss der Schwerkraft. Da die Waffe in der Regel horizontal eingeschossen wird, kommt es hierbei meist zu Hochschüssen. Als Faustregel sollte daher gelten: Berg rauf und Berg runter - halt immer drunter!


         
Zielballistik

Die Wirkung eines Büchsenschusses hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzliche Forderung ist eine hohe Tötungskraft. Sie tritt ein, wenn lebenswichtige Organe in kürzester Zeit endgültig außer Funktion gesetzt werden oder durch rapiden großen Blutverlust. Bei der Schadwirkung eines Geschosses im Wildkörper unterscheidet man


Primäre Schäden

Sie werden durch das eindringende und sich deformierende Geschoss verursacht. Die Schadensgröße ist weitgehend abhängig vom Sitz des Treffers und von der Zerlegung / Querschnittsvergrößerung des Geschosses.
 

Aufnahmen entstanden bei einem Anschussseminar.
Dieses Seminar vermittelt die Wirkungsweise der Geschosse und das Erkennen der Pirschzeichen und den daraus ersichtlichen Sitz der Kugel.

Sekundäre Schäden

Sie werden durch Druckveränderungen im Wildkörper verursacht. Durch die entstehende temporäre Wundhöhle werden viele Nerven gereizt, dies führt meist zu einem Schock (Schockreflex). Diese
Schockreflexe können zum sofortigen Verenden des Wildes führen.
Da dies jedoch nicht in allen Fällen eintritt, kann es auch bei gut
angetragenen Schüssen zu mehr oder weniger langen Fluchtstrecken
kommen.Die Größe der sekundären Schäden hängt primär ab von der
im Ziel noch vorhandenen Auftreffgeschwindigkeit VZ und der Energieabgabe im Wildkörper.

Patrone Höchstschussweite (Abgangswinkel 25 - 30°)

• Jagdbüchsenpatronen
Hochleistungspatronen 5000 - 6000 m
Standardpatronen         3000-4000 m 

• Revolver- u. Pistolenpatronen (starke) 2000 m
                                          (mittelstarke) 1500 m
                                             (schwache) 1000 m

• Schonzeitpatronen .22 Hornet   2500 m 
                                .22 Magnum 2000 m
                                .22 lfB         1500 m

•Flintenlaufgeschosspatronen       1400m 
                                                                                                                         
• Schrotpatronen Schrotstärke 4 mm 400 m
   Schrotstärke 3,5 mm 350 m
   Schrotstärke 3 mm    300 m
   Schrotstärke 2,5 mm 250 m
   Schrotstärke 2 mm    200 m
 

Der staatliche Beschuss in der Bundesrepublik Deutschland

Beim „Staatl. Beschuss“ handelt es sich um eine Festigkeitsprüfung für Lang- und Faustfeuerwaffen. Die Prüfung wird durch ein staatliches Beschussamt durchgeführt. Geprüft wird hierbei die Haltbarkeit und Sicherheit von Läufen und Verschlüssen und die Maßhaltigkeit.
Werden an einer beschossenen Waffe wesentliche Veränderungen oder schwerwiegende (verändernde) Reparaturen an Lauf, Patronenlager oder Verschluss vorgenommen, dann wird ein neuer Beschuss (Instandsetzungsbeschuss) notwendig.
Unbeschossene Waffen oder Waffen mit nicht anerkannten Beschusszeichen dürfen nicht benutzt werden. Hierfür besteht kein Versicherungsschutz. Die Beschusspflicht gilt für alle in der BRD hergestellten Handfeuerwaffen und für alle importierten Waffen ohne anerkannte Beschusszeichen.
Anerkannt sind in der BRD die Beschusszeichen folgender Länder: Belgien, Chile, CSSR, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien.

 

Die Beschussprüfung

Die staatliche Beschussprüfung besteht aus 3 Teilen. Bei der Vorprüfung werden der Bearbeitungszustand, die Beschussfähigkeit sowie die richtige Kennzeichnung von Kaliber und Hülsenlänge geprüft.
Der Beschuss wird mit 1-2 besonderen Beschusspatronen durchgeführt. Diese haben gegenüber handelsüblichen Patronen eine stärkere Ladung.

Bei Büchsenläufen gilt: mindestens 30% Überdruck.
Bei Flintenläufen gilt: ca. doppelter Druck.

Bei der Nachprüfung werden die Waffen auf Veränderungen nach dem Schuss, z.B. Risse oder Dehnungen geprüft.
Geprüft werden: Patronenlager, Lauf (Läufe), Verschluss.
Waffen mit Mängeln gehen an den Hersteller zurück. Einwandfreie Waffen erhalten das amtliche Beschusszeichen. Dieses wird auf der Waffe eingeschlagen.

Die Kennzeichnung erfolgt bei
• Langwaffen auf Lauf (Patronenlager) und Verschluss,                            
• Pistolen auf Lauf, Schlitten, Rahmen,
• Revolvern auf Lauf, Trommel, Rahmen.

Deutsche Beschusszeichen

Klar erkennbar muss der Hersteller einer Waffe sein. Die Kennzeichnung erfolgt durch Einstempeln des Namens oder Warenzeichens. Daneben enthalten alle wichtigen Waffenteile, wie Lauf (Patronenlager) und Verschluss die staatlich anerkannten Beschusszeichen.

Jede Waffe erhält bereits vom Hersteller eine eigene Nummer. Diese steht auf allen wesentlichen Teilen der Waffe und dient zur eindeutigen Identifizierung. Die Waffennummer wird in die Waffenbesitzkarte eingetragen.
Die Beschussjahreszeichen geben an, in welchem Jahr und Monat die Beschussprüfung durchgeführt wurde. Das Jahreszeichen besteht aus den beiden letzten Ziffern des Jahres und der Monatszahl. z.B.: „373“ bedeutet beschossen im März 1973.

Die Pflege

Rost ist der größte Feind aller Teile der Waffe aus Metall (Eisen / Stahl). Rosten ist ein an der Oberfläche beginnender chemischer Prozess. Rostbildung wird durch Nässe und Feuchtigkeit begünstigt. Deshalb schützt man seine Waffen durch

• eine entsprechende „Verpackung“ beim Transport,
• einen feinen Ölfilm auf allen Metallteilen,
• einen richtig präparierten Schaft.

Das längere Aufbewahren in Futteralen und Taschen ist nicht zu empfehlen.

Reinigung und Pflege der Läufe

Nach jedem Schuss sind die Läufe innen trocken (ölfrei). Nässe und Feuchtigkeit können ungehindert angreifen. Dieser Zustand muss schnell wieder beseitigt werden.

Werden mehrere Schüsse hintereinander abgegeben, bilden sich im Lauf zusätzlich metallische Rückstände. Auch diese müssen beseitigt werden. Für das Reinigen aller Läufe gilt: nie trocken reinigen (Schmirgeleffekt!), sondern immer mit Hilfe spezieller Laufreiniger. Der Fachhandel bietet geeignete Waffenpflegeserien in Form praktischer Spraydosen an.

Spraydosen kann man falsch und richtig einsetzen. Falsch ist es, die Waffe nach Gebrauch außen und innen einzusprühen, nach dem Grundsatz viel hilft viel. Richtig ist es, Lauf und äußere Metallteile am Ende der Jagd als vorübergehenden Schutz einzusprühen. Das eigentliche Reinigen und Pflegen erfolgt zu Hause.

Regnet es bei der Jagd (Treibjagd), ist es gut, alle äußeren Metallteile zuvor leicht einzusprühen. Der Sprühfilm bietet Schutz für einige Stunden. Zum Reinigen benötigt man geeignete Hilfsmittel. Im Fachhandel werden sie als sinnvoll zusammengestellte Reinigungsgarnituren angeboten. Sie beinhalten Putzstöcke und Reinigungsbürsten für Büchsen- und Flintenläufe. Wenn möglich, sollte eine Laufreinigung aus Richtung des Patronenlagers erfolgen.

Reinigung und Pflege des Schaftes


Wir unterscheiden zwischen Lackschaft und Ölschaft. Der Lackschaft gilt als besonders pflegeleicht.

Die Lackschicht darf aber nicht beschädigt werden, deshalb sollten Kratzer vermieden werden.
Der Ölschaft gilt als weniger pflegeleicht und muss regelmäßig mit Spezial-Schaftöl behandelt werden. Hierbei gilt: je öfter- desto besser. Zur Pflege des Ölschaftes das Schaftöl dünn auftragen und einreiben, z.B. mit Lappen oder Handballen.

Reinigung und Pflege der Jagdoptik

Bei der Jagdoptik unterscheiden wir zwischen einer Reinigung der äußeren Teile, deren Verschmutzungen sich leicht mit einem Lappen durch einfaches Abwischen entfernen lassen. Anschließend sollte ein dünner Film eines geeigneten Konservierungsmittels aufgebracht werden.

Reinigung der optischen Linsen

Die Linsen optischer Geräte sind sehr fein poliert und deshalb empfindlich gegen Kratzer. Zum Reinigen empfehlen die Hersteller Spezialpapier. Meist reicht ein Anhauchen und Abreiben. Bei starker Verschmutzung klares Wasser verwenden. Unterlassen sollte man das Abreiben der Linsen mit den Fingerkuppen. Hierbei vermengen sich Schweiß und Fett mit dem Schmutz. Das muss verhindert werden.

Umgang mit der Schusswaffe

Der gültige Jagdschein berechtigt nur zum Führen von Handfeuerwaffen während der befugten Jagdausübung. Die Waffen müssen technisch einwandfrei und vorschriftsmäßig staatlich beschossen sein. Immer wenn die Waffe aufgenommen oder abgestellt wird, ist sie auf ihren Sicherheitszustand zu prüfen.

Die Laufmündung niemals, auch bei nicht geladener Waffe, in Richtung von Menschen halten. Um Verwechslungen zu vermeiden, Flintenlaufgeschosspatronen von den übrigen Schrotpatronen getrennt mitführen. Vor dem Laden sind Waffen, sofern möglich, zu sichern. Die Läufe müssen öl- und fremdkörperfrei sein.

Beim Laden oder Entladen von Repetierer die Waffe mit der Laufmündung nach oben halten, alle anderen Waffen mit der Laufmündung nach unten halten.
Aus jeder Waffe darf nur die Munition verschossen werden, mit der sie beschossen wurde. Während der befugten Jagdausübung ist das Anschießen der Jagdwaffe im Revier gestattet - ausgenommen Faustfeuerwaffen. Das Tragen der Langwaffe erfolgt indem man die Waffe umhängt oder in der Hand trägt.
Grundsätzlich mit steil nach oben gerichteter Laufmündung.
Ausnahme: Regen oder Schneefall und beim Durchgehen von Dickungen.

Vor der Schussabgabe Zielobjekt genau ansprechen.
• Vorder- und Hintergelände auf Sicherheit überprüfen.
• Beim Kugelschuss auf einen natürlichen Kugelfang achten.
• Geschossflugbahn muss frei von Hindernissen sein.

Bei Stecherabzügen erfolgt das Einstechen eines Büchsenlaufes erst unmittelbar vor der Schussabgabe, d.h. im Anschlag nach dem Entsichern. Ist eine Schussabgabe nicht möglich, dann die Waffe sofort wieder sichern und entstechen.
Bei einem Versager die Waffe weder sofort absetzen noch sofort öffnen, sondern ca. 10 Sekunden warten, da der Schuss sich als Nachbrenner noch lösen kann.
Besondere Vorsicht ist beim Schuss bei schlechter Sicht geboten, z.B. Dunkelheit, Nebel, Schneefall, beim Schuss auf Wasser oder gefrorenen Boden oder Felsen wegen der Gefahr des Abprallens. Auch beim waagerechten Schuss können Geschosse durch Abprallen bis zur Höchstschussweite gestreut werden.

Verboten ist das Erschlagen von angeschweißtem Wild mit dem Kolben oder Lauf. Getötet wird mit Fangschuss.

Die Waffe ist zu entladen beim:

• Auf- oder Abbaumen von Hochsitzen,
• Überschreiten von Bächen und Gräben,
• Überklettern von Zäunen,
• Standwechsel bei Treib- und Drückjagden,
• Laufen auf vereisten Wegen oder im felsigen Gelände,
• Besteigen eines Fahrzeuges,
• Abschluss der Jagd.

Auf Schießständen sind alle Anordnungen der Schießleitung und der Hausordnung zu beachten.
• Grundsätzlich verboten ist das unbefugte Berühren fremder Waffen.
• Im Schießstand Gewehrriemen abnehmen
• Langwaffen niemals ablegen, immer im Gewehrständer abstellen
• Waffen mit nach oben gerichteter Mündung tragen und abstellen,
• bei Kipplaufwaffen gilt: mit abgekippten Läufen
• bei anderen Waffen gilt: mit geöffnetem Verschluss.
• Schusswaffen dürfen im Schützenstand nur geladen bzw. entladen werden mit in Richtung Scheibe gehaltener Mündung.
• Geladene Waffen darf man nicht aus der Hand legen.
• Büchsen mit Mehrladeeinrichtung nur mit 1 Patrone laden.
• Flinten mit höchstens 2 Patronen laden.
• Beim Standwechsel Waffen entladen und mit geöffnetem Verschluss tragen.    

 

 

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