Aufbau der Büchsenpatrone ![]() Mit der Entwicklung der Hinterlader um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch die Entwicklung der kompletten Patronen (Einheitspatronen). Moderne Büchsenpatronen bestehen aus ![]() • Patronenhülse, • Treibladungspulver, • Zündhütchen, • Geschoss. Alle Einzelteile bilden zusammen eine gebrauchsfertige Einheit. Patronenhülsen bestehen heute überwiegend aus Messing. Nach der Form unterscheidet man bei den Hülsen: • Flaschenhülsen. • konische Hülsen •zylindrische Hülsen Am meisten verbreitet ist bei Büchsenpatronen die Flaschenhülse. Diese Hülse wird unterteilt in: • Hülsenmund, • Hals, • Schulter, • Mittelteil (Pulverraum), • Hülsenboden. Im Hülsenboden sind alle wichtigen Angaben zur Patrone eingeprägt wie: ![]() ![]() Name des Herstellers (oder Code) Nennkaliber Hülsenlänge sowie gebräuchliche Abkürzungen, wie z.B.: „R“ für Rand „I“ für Infanterie „S“ für S-Geschoss Bei Randfeuerpatronen steht die Abkürzung „lfB“ für „lang für Büchse“. Der Hülsenboden - mit und ohne Rand |
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| Geschosse Die Art des Geschosses kann für Erfolg oder Misserfolg des Schusses entscheidend sein. Die grundsätzlichen Anforderungen des Jägers an die Wirkungsweise einer Kugelpatrone: • hohe Treffsicherheit und • gute Tötungskraft bei möglichst • geringer Wildbretzerstörung. Im Hinblick auf die verschiedenen Wildarten kann kein Geschoss all diese Anforderungen erfüllen! Deshalb kam es zur Entwicklung unterschiedlicher Geschosskonstruktionen. Man unterscheidet bei den Geschossen zwischen Voll- oder Massivgeschossen und Mantelgeschossen. Die wichtigsten Geschossformen: • Kugel (z.B. beim Schrotkorn) • Rundkopf • Flachkopf • Spitz • Kegelspitz • Torpedo Voll- oder Massivgeschosse, Bleigeschosse Abgesehen vom Schrot (siehe Schrotpatronen) verwendet man Bleigeschosse heute fast nur für Kleinkaliber- und Kurzwaffen. Nachteile der Bleigeschosse: starke Verbleiung der Züge, meist geringe Geschossgeschwindigkeit. Voll- oder Massivgeschosse bestehen heute aus Kupfer oder Messing (Legierungen) und finden Verwendung bei Großwildjagd und Nachsuche. Vorteil: hohe Durchschlagskraft, keine Splitterwirkung. Nachteil: geringe Energieabgabe im Wildkörper. |
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| Mantelgeschosse bestehen aus einem Bleikern und einem
äußeren Mantel. Dieser ist immer härter als der Bleikern und besteht aus
Flussstahl oder Tombak (Tombak = Kupferlegierung mit Zink (15-30%) und
eventuell Zinn (3%), härter als Kupfer und damit geeignet für hohe
Anfangsgeschwindigkeiten). Der Mantel ermöglicht eine höhere
Geschossgeschwindigkeit. Hierdurch erzielt man ein besseres
Durchschlagvermögen und eine größere Tiefenwirkung. Mantelmaterial und
Mantelkonstruktion regulieren die Geschossdeformation und die
Splitterwirkung des Geschosses. Je nach Ausbildung des Mantels unterscheidet
man zwischen Vollmantelgeschossen und Teilmantelgeschossen. Vollmantelgeschosse Bei Vollmantelgeschossen umschließt der Mantel den Bleikern vorne vollständig (am Boden gebördelt). Eingesetzt werden Vollmantelgeschosse für schwaches Wild, z.B. Birkhahn oder Fuchs, wenn geringe Wildbretzerstörung gewünscht wird. Vollmantelgeschosse werden auch für schweres und hartes Wild, z.B. Büffel oder Elefant eingesetzt, wenn eine stärkere Tiefenwirkung erreicht werden soll. Vollmantelgeschosse haben in den kleinen Kalibern spitze, in den größeren oft runde Kopfform.
Anmerkung: Wirkungsweise: Im Wildkörper durch zunehmenden Wandstärkenverlauf kontrolliertes Aufpilzen des Geschossvorderteils bis auf doppelte Kalibergröße, abhängig vom Widerstand im Wildkörper. Durch die hohe Festigkeit des hinteren Kerns ergibt der Geschossrestkörper meist Ausschuss. Auch bei weniger gut angetragenen Schüssen hohe Tötungskraft. H-Mantel-Geschosse, z.B. mit
Deformationsgeschosse Teilmantel-Spitz (TMS) Brenneke-Torpedo-Universal-Geschoss (TUG) Eine Übersicht über die Büchsenpatronen, ihre Verwendbarkeit und wichtige ballistische Daten enthalten die Schusstafeln der Hersteller. |
Das Kaliber Es gibt Büchsenpatronen in unterschiedlichen Kalibern. Aus einem Büchsenlauf dürfen nur Patronen des Kalibers verschossen werden, für das dieser Lauf eingerichtet ist. Um Verwechslungen auszuschließen, ist auf dem Lauf jeder Waffe das Kaliber eingraviert. Bei den Kaliberbezeichnungen unterscheidet man zwischen Deutscher Kaliberbezeichnung ![]() Hier erfolgen die Kaliberangaben in Millimetern und bestehen normalerweise aus zwei Zahlen, z.B. 7 x 64. Die erste Zahl gibt das Nennkaliber (7mm), die zweite Zahl die maximale Hülsenlänge (64 mm) an. Folgt bei der Kaliberbezeichnung noch ein R, z.B. 7 x 57 R, dann hat diese Patrone eine Hülse mit Rand. Die Zusatzbezeichnung Magnum (Mag.) weist auf eine relativ starke Patrone hin. Alle Patronen dürfen nur aus Waffen verschossen werden, die die gleiche Kaliberangabe tragen. Kaliber 8 mm In diesem Kaliber gibt es zwei Patronengrößen: 8 x 57 I 8 x 57 IR 8 x 57 IS 8 x 57 IRS Es bedeuten: 8 = Geschossdurchmesser in mm 57 = Hülsenlänge in mm RWS = Hersteller R = Hülse mit Rand I = Infanterie Die mit „S“ bezeichnete Patrone hat einen um ca. 0,1 mm größeren Geschossdurchmesser. Ein S-Geschoss darf deshalb nur aus S-Läufen verschossen werden, d.h. nie aus normalen Läufen. Eine Laufsprengung könnte die Folge sein. S-Kaliber
sind deshalb deutlich gekennzeichnet:• schwarzes Zündhütchen • Buchstabe S • Rändelung am Geschoss Auf der Packung findet man ein besonderes Feld mit Verwendungshinweisen.
.30er Kaliber: .308 .30-06 .30R Blaser .300 WinMag
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| Die Angabe .222 (kleinste rehwildtaugliche Patrone)
bedeutet Nennkaliber 0,222 Zoll = 0,222 x 25,4 mm = 5,64 mm.
Bei der Kaliberangabe bleibt die Hülsenlänge unberücksichtigt. Zum Kaliber werden häufig Zahlen hinzugefügt, z.B. .30-06 Es bedeuten: 30 = Kaliber ~ 0,30 Zoll 06 = Konstruktionsjahr 1906 Manchmal findet man eine 2. und 3. Zahl, z.B. 45/70/405 Es bedeuten: 45 = Kaliber 0,45 Zoll, 70 = Pulvergewicht 70 grains (amerikanische Gewichtseinheit 1 grain = 0,0648 g) 405 = Geschossgewicht 405 grains Oft wird der Hersteller genannt, der die Patrone erstmals auf den Markt brachte, z.B. .222 Rem. (Rem. = Remington) oder .243 Win (Win. = Winchester). Außerdem geben die Amerikaner ihren Patronen gerne werbewirksame Beinamen, z.B. .22 Hornet (Hornet = Hornisse) oder werbewirksame Kombinationsbezeichnungen, z.B. Rem. Magnum (Remington Magnum). Dynamit Nobel hat ein umfangreiches Programm an speziellen Büchsenpatronen. Es gibt RWS-Geschosse gleicher Konstruktion, aber mit unterschiedlichem Gewicht und darauf abgestimmter Pulverladung. Das ist äußerlich nicht auf den ersten Blick erkennbar, bewirkt aber Veränderungen im ballistischen Verhalten. Eine Verwechslung muss deshalb ausgeschlossen werden. Patronen mit schwereren Geschossen erhalten eine rote Lackierung der Zündhütchen-Ringfuge.
Die Verpackung |
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Die Namen der Schrotpatronen sind meist durch den Hersteller frei erfunden.
Zusätzliche Aufschriften verweisen oft auf den speziellen Verwendungszweck. Aufbau einer Schrotpatrone
Maßstab ist 1 englisches Pfund, das entspricht 453,6 g . Teilt man 453,6 g
Blei in jeweils im Durchmesser gleich große Kugeln dann gilt: |
| Das Zwischenmittel Das Filz-Zwischenmittel wird vom Gasdruck komprimiert und dadurch an die Laufwand gedrückt, deshalb kein Gasschlupf, Senkung des Gasdruckes, Schonung der Schrote. Das Plastik-Zwischenmittel mit Schrotbecher hat keine deformierte Randschrote, dadurch bessere Deckung sowie kein Gasschlupf, keine Laufverbleiung (Abrieb).
Die Schrotladung
Entwicklung und Wirkung des Schrotschusses
Die Durchschlagskraft der Schrote hängt von der Schrotgröße und
Geschwindigkeit ab. Mit zunehmender Trap- und Skeetpatronen sind sog. Wurftaubenpatronen mit 28 g bzw. 24 g
Schrotgewicht. |
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Jagdlich werden Flintenlaufgeschosse bei Treib- und Drückjagden bis zu einer
Entfernung von 50 m (je nach Streuung) eingesetzt. Voraussetzung ist eine
genaue Kenntnis der Treffpunktlage. Durch den geringeren Gefährdungsbereich
und ihre große Stoppwirkung haben Flintenlaufgeschosse gegenüber
Büchsengeschossen sogar Vorteile.
Fangschusspatronen |
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| Hierdurch kommt es beim Eindringen in den Wildkörper zu
einer starken Geschossdeformation. Dabei werden im Wildkörper Organe
zerstört und viel Energie abgegeben - beste Voraussetzungen für ein
schnelles Verenden des Wildes. Sondermunition (nicht für den jagdlichen Gebrauch, ausgenommen Übungszwecke). Für Pistolen und Revolver gibt es „Sondermunition“. Hierunter versteht man Übungsmunition, sog. PT-Patronen = Plastik-Trainings-Patronen. Hierbei wird ein leichtes Plastikgeschoss verschossen. Patronen für Kurzwaffen gibt es mit Zentral- und / oder Randfeuerzündung. Ballistik Unter Ballistik (von griech. ballein = werfen, schleudern) versteht man die Wissenschaft von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper. Man spricht auch von der Lehre vom Schuss. Man unterscheidet in: Innenballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung im Lauf. Mündungsballistik nimmt Bezug auf die Schussentwicklung an der Mündung. Außenballistik nimmt Bezug auf die Flugbahn und ihre Beeinflussung. Zielballistik nimmt Bezug auf die Wirkung des Geschosses im Ziel. Innenballistik und Mündungsballistik Die Innenballistik umfasst alle Vorgänge, die sich innerhalb der Waffe abspielen, also vom Auftreffen des Schlagbolzens auf das Zündhütchen bis zum Austreten des Geschosses (der Geschosse) aus der Laufmündung. Verlässt das Geschoss die Mündung, beträgt der Gasdruck im Lauf noch ca. 450-500 bar. Diese hohe Verdichtung bewirkt die Entstehung von Druckwellen,
hierdurch Mündungsknall. Durch die Überschallgeschwindigkeit des Geschosses
entsteht der zusätzliche
Geschossknall.Durch den sehr kurzen Zeitabstand zwischen Mündungs- und Geschossknall kann der Schütze diese nicht voneinander unterscheiden. Zu progressives Pulver oder zu kurze Läufe bewirken meist einen stärkeren Mündungsknall bzw. ein Mündungsfeuer. Zum Rückstoß kommt es beim Schuss durch den auch rückwärts wirkenden Gasdruck. Der Rückstoß wirkt über den Stoßboden und den Verschluss bis auf die Schulter des Schützen. |
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Außenballistik
Die Geschossflugbahn schneidet die Visierlinie im oben
gezeigten Beispiel 2-mal. Alle Faktoren gemeinsam bestimmen den Verlauf der Flugbahn, die sog.
Flugbahnkurve. Verläuft die Visierlinie parallel zur Seelenachse des Laufes,
dann hat die Waffe von Anfang an Tiefschuss, der sich ständig vergrößert.
Aus diesen Gründen muss man eine Waffe einschießen. Hierbei vergrößert man
den Winkel zwischen Visierlinie und Seelenachse. Die Schusstafel
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Primäre Schäden ![]() Sie werden durch das eindringende und sich deformierende Geschoss verursacht. Die Schadensgröße ist weitgehend abhängig vom Sitz des Treffers und von der Zerlegung / Querschnittsvergrößerung des Geschosses.
Aufnahmen entstanden bei einem Anschussseminar. Sekundäre Schäden
Patrone Höchstschussweite (Abgangswinkel 25 - 30°) |
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Der staatliche Beschuss in der Bundesrepublik DeutschlandBeim „Staatl. Beschuss“ handelt es sich um eine Festigkeitsprüfung für Lang- und Faustfeuerwaffen. Die Prüfung wird durch ein staatliches Beschussamt durchgeführt. Geprüft wird hierbei die Haltbarkeit und Sicherheit von Läufen und Verschlüssen und die Maßhaltigkeit. Werden an einer beschossenen Waffe wesentliche Veränderungen oder schwerwiegende (verändernde) Reparaturen an Lauf, Patronenlager oder Verschluss vorgenommen, dann wird ein neuer Beschuss (Instandsetzungsbeschuss) notwendig. Unbeschossene Waffen oder Waffen mit nicht anerkannten Beschusszeichen dürfen nicht benutzt werden. Hierfür besteht kein Versicherungsschutz. Die Beschusspflicht gilt für alle in der BRD hergestellten Handfeuerwaffen und für alle importierten Waffen ohne anerkannte Beschusszeichen. Anerkannt sind in der BRD die Beschusszeichen folgender Länder: Belgien, Chile, CSSR, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien.
Die Beschussprüfung |
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| Jede Waffe erhält bereits vom Hersteller eine eigene
Nummer. Diese steht auf allen wesentlichen Teilen der Waffe und dient zur
eindeutigen Identifizierung. Die Waffennummer wird in die Waffenbesitzkarte
eingetragen. Die Beschussjahreszeichen geben an, in welchem Jahr und Monat die Beschussprüfung durchgeführt wurde. Das Jahreszeichen besteht aus den beiden letzten Ziffern des Jahres und der Monatszahl. z.B.: „373“ bedeutet beschossen im März 1973. Die Pflege ![]() Rost ist der größte Feind aller Teile der Waffe aus Metall (Eisen / Stahl). Rosten ist ein an der Oberfläche beginnender chemischer Prozess. Rostbildung wird durch Nässe und Feuchtigkeit begünstigt. Deshalb schützt man seine Waffen durch • eine entsprechende „Verpackung“ beim Transport, • einen feinen Ölfilm auf allen Metallteilen, • einen richtig präparierten Schaft. Das längere Aufbewahren in Futteralen und Taschen ist nicht zu empfehlen. Reinigung und Pflege der LäufeNach jedem Schuss sind die Läufe innen trocken (ölfrei). Nässe und Feuchtigkeit können ungehindert angreifen. Dieser Zustand muss schnell wieder beseitigt werden. Werden mehrere Schüsse hintereinander abgegeben, bilden sich im Lauf zusätzlich metallische Rückstände. Auch diese müssen beseitigt werden. Für das Reinigen aller Läufe gilt: nie trocken reinigen (Schmirgeleffekt!), sondern immer mit Hilfe spezieller Laufreiniger. Der Fachhandel bietet geeignete Waffenpflegeserien in Form praktischer Spraydosen an. Spraydosen kann man falsch und richtig einsetzen. Falsch ist es, die Waffe nach Gebrauch außen und innen einzusprühen, nach dem Grundsatz viel hilft viel. Richtig ist es, Lauf und äußere Metallteile am Ende der Jagd als vorübergehenden Schutz einzusprühen. Das eigentliche Reinigen und Pflegen erfolgt zu Hause. Regnet es bei der Jagd (Treibjagd), ist es gut, alle äußeren Metallteile
zuvor leicht einzusprühen. Der Sprühfilm bietet Schutz für einige Stunden.
Zum Reinigen benötigt man geeignete Hilfsmittel. Im Fachhandel werden sie
als sinnvoll zusammengestellte Reinigungsgarnituren angeboten. Sie
beinhalten Putzstöcke und Reinigungsbürsten für Büchsen- und Flintenläufe.
Wenn möglich, sollte eine Laufreinigung aus Richtung des Patronenlagers
erfolgen.Reinigung und Pflege des Schaftes
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| Die Lackschicht darf aber nicht beschädigt werden,
deshalb sollten Kratzer vermieden werden. Der Ölschaft gilt als weniger pflegeleicht und muss regelmäßig mit Spezial-Schaftöl behandelt werden. Hierbei gilt: je öfter- desto besser. Zur Pflege des Ölschaftes das Schaftöl dünn auftragen und einreiben, z.B. mit Lappen oder Handballen. Reinigung und Pflege der Jagdoptik Bei der Jagdoptik unterscheiden wir zwischen einer Reinigung der äußeren Teile, deren Verschmutzungen sich leicht mit einem Lappen durch einfaches Abwischen entfernen lassen. Anschließend sollte ein dünner Film eines geeigneten Konservierungsmittels aufgebracht werden. Reinigung der optischen Linsen Die Linsen optischer Geräte sind sehr fein poliert und deshalb empfindlich gegen Kratzer. Zum Reinigen empfehlen die Hersteller Spezialpapier. Meist reicht ein Anhauchen und Abreiben. Bei starker Verschmutzung klares Wasser verwenden. Unterlassen sollte man das Abreiben der Linsen mit den Fingerkuppen. Hierbei vermengen sich Schweiß und Fett mit dem Schmutz. Das muss verhindert werden. Umgang mit der Schusswaffe Der gültige Jagdschein berechtigt nur zum Führen von Handfeuerwaffen während der befugten Jagdausübung. Die Waffen müssen technisch einwandfrei und vorschriftsmäßig staatlich beschossen sein. Immer wenn die Waffe aufgenommen oder abgestellt wird, ist sie auf ihren Sicherheitszustand zu prüfen. Die Laufmündung niemals, auch bei nicht geladener Waffe, in Richtung von Menschen halten. Um Verwechslungen zu vermeiden, Flintenlaufgeschosspatronen von den übrigen Schrotpatronen getrennt mitführen. Vor dem Laden sind Waffen, sofern möglich, zu sichern. Die Läufe müssen öl- und fremdkörperfrei sein. Beim Laden oder Entladen von Repetierer die Waffe mit der Laufmündung nach oben halten, alle anderen Waffen mit der Laufmündung nach unten halten. Aus jeder Waffe darf nur die Munition verschossen werden, mit der sie beschossen wurde. Während der befugten Jagdausübung ist das Anschießen der Jagdwaffe im Revier gestattet - ausgenommen Faustfeuerwaffen. Das Tragen der Langwaffe erfolgt indem man die Waffe umhängt oder in der Hand trägt. Grundsätzlich mit steil nach oben gerichteter Laufmündung. Ausnahme: Regen oder Schneefall und beim Durchgehen von Dickungen. Vor der Schussabgabe Zielobjekt genau ansprechen. • Vorder- und Hintergelände auf Sicherheit überprüfen. • Beim Kugelschuss auf einen natürlichen Kugelfang achten. • Geschossflugbahn muss frei von Hindernissen sein. Bei Stecherabzügen erfolgt das Einstechen eines Büchsenlaufes erst unmittelbar vor der Schussabgabe, d.h. im Anschlag nach dem Entsichern. Ist eine Schussabgabe nicht möglich, dann die Waffe sofort wieder sichern und entstechen. Bei einem Versager die Waffe weder sofort absetzen noch sofort öffnen, sondern ca. 10 Sekunden warten, da der Schuss sich als Nachbrenner noch lösen kann. Besondere Vorsicht ist beim Schuss bei schlechter Sicht geboten, z.B. Dunkelheit, Nebel, Schneefall, beim Schuss auf Wasser oder gefrorenen Boden oder Felsen wegen der Gefahr des Abprallens. Auch beim waagerechten Schuss können Geschosse durch Abprallen bis zur Höchstschussweite gestreut werden. Verboten ist das Erschlagen von angeschweißtem Wild mit dem Kolben oder Lauf. Getötet wird mit Fangschuss. Die Waffe ist zu entladen beim: • Auf- oder Abbaumen von Hochsitzen, • Überschreiten von Bächen und Gräben, • Überklettern von Zäunen, • Standwechsel bei Treib- und Drückjagden, • Laufen auf vereisten Wegen oder im felsigen Gelände, • Besteigen eines Fahrzeuges, • Abschluss der Jagd. Auf Schießständen sind alle Anordnungen der Schießleitung und der Hausordnung zu beachten. • Grundsätzlich verboten ist das unbefugte Berühren fremder Waffen. • Im Schießstand Gewehrriemen abnehmen • Langwaffen niemals ablegen, immer im Gewehrständer abstellen • Waffen mit nach oben gerichteter Mündung tragen und abstellen, • bei Kipplaufwaffen gilt: mit abgekippten Läufen • bei anderen Waffen gilt: mit geöffnetem Verschluss. • Schusswaffen dürfen im Schützenstand nur geladen bzw. entladen werden mit in Richtung Scheibe gehaltener Mündung. • Geladene Waffen darf man nicht aus der Hand legen. • Büchsen mit Mehrladeeinrichtung nur mit 1 Patrone laden. • Flinten mit höchstens 2 Patronen laden. • Beim Standwechsel Waffen entladen und mit geöffnetem Verschluss tragen.
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